8. Was ist am Menschenwesen sterblich?

GA 64/1915-02-26/p020 ·1915-02-26 · original (original)
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Was geschieht mit dem Denken, das auf einem gewissen Punkte schattenhaft geworden und bis zum Ersterben gekommen ist? Es wird erfüllt mit Inhalt, es bekommt Substantialität, indem wir den Willen dem Denken nachsenden, uns gewissermaßen mit dem zweiten Teil unserer Wesenheit dem Denken nachsenden. Wenn so Denken und Wollen entrückt werden aus unserem Wesen, dann kommen wir dazu, dasjenige zu erreichen, was heute allerdings für die zeitgenössische Weltanschauung kaum zuzugeben ist, — wir kommen dazu, außerhalb desjenigen zu sein, worin wir sonst im wachen Zustand leben. Wir sind selbst hinausgegangen mit unserem Denken und Wollen; wir stehen real außer uns. Und dasjenige, in dem wir sonst immer sind, wird für uns ein Objekt, wird etwas, was außerhalb von uns ist, wie der Tisch oder irgendein Gegenstand außerhalb des sinnlichen Leibes ist. Wir schauen zurück auf den sinnlichen Leib, auf die Lebensverhältnisse, die dieser Leib durchgemacht hat. Wir schauen auf das Räumliche und das Zeitliche unseres Menschenwesens zurück. Wir lernen kennen dasjenige in uns, was sich abgesondert hat von dem, was sterblich ist.

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