8. Was ist am Menschenwesen sterblich?
So ist uns tatsächlich in der Erinnerung etwas von dem gegeben, was uns zu den sonst unbekannten Begriffen des seelischen Prozesses hinführt, der sich als ein Unsterbliches von dem Sterblichen loslöst, so daß wir es anerkennen müssen. Und so zeigt sich uns noch in etwas anderem bei dem geistesforscherischen Prozeß, daß wir gewissermaßen uns selbst stärker ergreifen müssen, damit sich die Kräfte des Begreifens ausdehnen über dasjenige, dem sonst keine Aufmerksamkeit zugewendet wird, um in die geistige Welt einzutreten. Wir können uns zum Beispiel ein Ideal vorhalten, das erst erreicht werden soll, das ebensowenig in der Gegenwart da ist wie ein verflossenes Erlebnis. Dann stehen wir auch zu diesem Ideal in einem rein seelischen Prozeß. Der Materialist wird sich zwar mit einer Art Wollust in einer gewissen Sackgasse verlieren; er wird wollen, daß die Seele zu einem Ideal in einem körperlichen Verhältnis steht. Das wirkliche Verhältnis zu einem Ideal ist aber ein rein geistiges. Nur derjenige kann das verstehen, der weiß, daß auch die Erinnerung ein rein geistiger Prozeß ist.