{"corpus":"steiner","locus":"GA 64/1915-02-26/p042","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"Indem die Geisteswissenschaft als eine Frucht des menschlichen Geistesstrebens sich entwickeln wird, wird mit der Geisteswissenschaft selbst auch so etwas seine Anerkennung finden wie die Goethesche Farbenlehre. Dann wird man verstehen, warum ein anderer Geist, der ebenso den Impuls des Ewig-Geistigen in seiner Seele fühlte, der von demselben Impulse aus auch die Außenwelt begreifen wollte, warum dieser für die Farbenlehre eintrat, ja, noch für etwas anderes eintrat — Hegel, Hegel war auch einer von denjenigen, die tief verbunden waren mit der auch schon gestern hier geschilderten tragenden Kraft des deutschen Geistes. Er hat sich mit aller Macht der Beredsamkeit, die ihm eigen war, gegen die Verkleinerung seines Landesgenossen Kepler gewandt, des großen Kepler, der jedem, der nur ein klein wenig in ein Physikbuch hineingeschaut hat, bekannt ist als derjenige, der die sogenannten Keplerschen Gesetze gefunden hat. Hegel zeigte auf, daß in diesen Gesetzen schon drinnen liegt, was Newton bloß in mathematische Formeln gefaßt hat. Die Welt hat das im übrigen nur wenig bemerkt. Hegel hat gezeigt: Newton setzt mathematische Buchstaben dorthin, wo Kepler seine Gesetze ausgesprochen hat; er verändert nur ein wenig die Formeln. Newton hat also nichts anderes getan, als in mathematischen Buchstaben und Formeln die Keplerschen Gesetze ausgedrückt. Hegel aber kam es an auf das Wirkliche und nicht auf die Ausdrucksform.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"8. Was ist am Menschenwesen sterblich?","site_heading":null,"date":"1915-02-26","location":null,"word_count":213,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/64/1915-02-26/p042","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/64/1915-02-26/p042"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/64/1915-02-26/p042","paragraph_aligned":true}],"record":{"record_type":"unknown","scope":"volume","note":"How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.","evidence":null,"evidence_translation":null,"evidence_source":null}}