8. Was ist am Menschenwesen sterblich?
Ich sagte schon, ich möchte etwas, was nur empfindungsgemäß heute hierher gehört, vorbringen. Ich möchte darauf aufmerksam machen, daß solches uns in der letzten Zeit mehrfach passiert ist, wie es da passiert ist, daß man denjenigen, der nur die Ausdrucksform gefunden hat, als den großen Physiker hinstellt, anstelle desjenigen, der eigentlich den Nerv der Sache gefunden hat — Goethe. Einer geistgemäßen Weltanschauung entsprechend hat Goethe gefunden alles dasjenige, was mit der Entwickelungslehre der Organismen zusammenhängt. Nur muß man getragen sein von dem Geistigen, von dem er auch selbst getragen war, wenn man diese geistgemäße Weltanschauung als die naturgemäße Entwickelungslehre ansehen will. Goethe wurde für den Geist hinter aller Sinnlichkeit durch seine naturgemäße Entwickelungslehre gestärkt und nicht geschwächt. Aber der Menschheit war es vielfach zu schwer, auf Goethesche Art die Verwandlung der Organismen zu begreifen. Die Menschen haben sie leichter begriffen, als sie ihnen vorgeführt wurde in der an den Geist keine so groBen Anforderungen stellenden Darstellung Darwins. Und auf vieles, vieles könnten diese Dinge noch angewandt werden.