13. Schlaf und Tod vom Gesichtspunkte der Geisteswissenschaft

GA 64/1915-04-16/p006 ·1915-04-16 · original (original)
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Ich kann heute nicht über die Methoden sprechen, die anzuwenden sind, um vom Physischen und Leiblichen das loszulösen, was an Geistig-Seelischem darin steckt, und im Denken etwas zu entdecken, von dem man im gewöhnlichen Leben nichts weiß; ebenso etwas dem Wollen und Fühlen zugrunde Liegendes zu entdecken, von dem Wollen und Fühlen nur ein Abdruck sind. Für den Geistesforscher ist es so, daß dasjenige, was Otto Liebmann hier theoretisch für das Hühnerei angibt, dem Menschen ein inneres Erlebnis werden kann. Geisteswissenschaft wird nicht behaupten, daß sie es gespensterartig, etwa im Lichtglanz, vor das physische Auge stellen kann; dadurch wäre es ein physisches, nicht ein geistiges Erlebnis. Doch bewußt kann man seiner werden, so wie das Erlebnis im alltäglichen Leben durch das Leibliche vermittelt wird, aber nur, indem man sich vom Leiblichen loslöst. Otto Liebmann hat geahnt, daß dem Leiblichen ein Geistiges zugrunde liegt. Die Geisteswissenschaft geht in der Weise vor, daß sie zeigt, wie die geistig-seelischen Methoden dazu führen, das Bewußtsein zu entwickeln von dem, wovon Otto Liebmann spricht. Dieses Bewußtsein kann entwickelt werden. Wie die äußere sinnliche Welt ein Objekt wird für das gewöhnliche Bewußtsein, so wird für den Menschen dann, wenn er sein Geistig-Seelisches frei macht, er selbst sich zum Objekt: er schaut sich von außen an.

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