13. Schlaf und Tod vom Gesichtspunkte der Geisteswissenschaft

GA 64/1915-04-16/p009 ·1915-04-16 · original (original)
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Indem der Mensch in Schlaf versunken ist, ist das Geistig-Seelische aus dem Physischen herausgetreten. Otto Liebmanns «Gespenst» löst sich zeitweilig vom Leiblichen los, und zwar wird ein rein geistig-seelisches Verhältnis hergestellt zwischen dem Zustand, wie man ihn durch geistige Entwickelung gewinnt, und dem Schlafzustand; ein Verhältnis wie zwischen dem, was ich jetzt erlebe, und einer Erinnerungsvorstellung von dem, was ich einmal erlebt habe. Wie auf dasjenige, was ich einmal erlebt habe, so schaue ich auf den Schlafzustand und finde, daß sich das Geistig-Seelische vom Einschlafen bis zum Aufwachen außerhalb des Physisch-Leiblichen befindet. Man muß sich geistig-seelisch in Verbindung damit setzen. Also man überschaut die zwei Glieder der menschlichen Natur, das Physisch-Leibliche, das im Bett zurückgeblieben ist, und das, was herausgegangen ist; so wie man Wasserstoff und Sauerstoff überschaut, wenn sie aus dem Wasser herausgetrennt worden sind. Aber noch mehr: Man sieht, daß das, was als Leiblichkeit zurückgeblieben ist, in der Tat eine Zweiheit ist, nämlich der physische Leib und dasjenige, was verhindert, daß er seinen eigenen chemischen Gesetzen folgt, was macht, daß er ein lebendes Wesen ist; das ist der Ätherleib — es kommt nicht auf das Wort an -, ein feinerer Kräfteleib. Das Wort Ätherleib sollte nicht gepreßt werden, es hat nichts mit dem zu tun, was heute in der Physik Äther genannt wird.

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