{"corpus":"steiner","locus":"GA 64/1915-04-16/p011","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"Ebenso ist vom Einschlafen bis zum Aufwachen der Seelenleib fortwährend tätig. Vergleichsweise könnten wir sagen: so wie wir tätig sind, wenn wir über etwas nachdenken, das vor einiger Zeit geschehen ist. Seine Tätigkeit ist ein Nachschwingen dessen, was er im Äther- und physischen Leib erlebt hat. Welchen Sinn dieses Nachschwingen hat, das haben wir uns folgendermaßen vorzustellen: Wir denken, fühlen, wollen im Wachen mit unserm Ätherleib, der den Widerstand leistet innerhalb des physischen Leibes. Das heißt, nur die Gedanken schwingen sich durch, welche die Wirkung des Ätherleibes zurückspiegeln. Dadurch, daß wir im Ätherleibe so tätig sind, prägen wir die Nachwirkungen am Ätherleibe ein: was wir am Tage denken, drückt sich ihm ein. Aber er bietet einen Widerstand, er hat seine eigenen inneren Bewegungen; sie sind es, was das den physischen Leib durchdringende Leben ausmacht. Indem wir das hineinzwängen, was in unserem Denken vollführt wird, drängen wir ihm ein Fremdes auf; denn er hat ja zunächst den Zweck, das Leben zu vermitteln. Wegen der Spannungen, die zwischen der einen und der anderen Tätigkeit des Ätherleibes entstehen, kann der Astralleib das nicht aufnehmen, was so eingeprägt wird. Im Schlafe schwingt er nach in dem, was wir selber während des Tages in unseren Ätherleib hineingedrängt haben; es ist wie eine Erinnerung dessen, was wir während des Tages gedacht, gefühlt, gewollt haben. So können wir sagen, daß der Mensch in bezug auf sein Ich kein Bewußtsein entwickeln kann während des Schlafes, daß aber der Astralleib in dem nachschwingt, was da alles am Tage durch die Seelentätigkeit in uns vorgegangen ist. Auch diese Tätigkeit des Astralleibes kann nicht zum Bewußtsein kommen; denn würde sie lange so fortschwingen, so würde sie sich zu einem Zustand steigern, wo wirkliches Bewußtsein auftreten würde, an jedem Morgen ein genaues Bewußtsein, ein Erinnerungsbild dessen, was in den Astralleib hineingezwängt worden ist. Unter dem, was wir uns während des Tages angeeignet haben, haben wir uns nicht alle die einzelnen Akte vorzustellen, sondern die Tätigkeit des Denkens, Fühlens und Wollens. Indem wir diese ausüben, geben wir dem Astralleib ein Gefüge, einen allgemeinen Abdruck — nicht durch die einzelnen Akte —, darin schwingt er nach. Dann, am Morgen haben wir in dem angedeuteten Bild, wir können sagen, in dem, was wir am Tag vorher erlebt haben, nicht im Denken, Fühlen, Wollen, etwas Neues angesetzt. Das würden wir überschauen, wenn nicht der Astralleib den Trieb entwickeln müßte, wieder zurückzukehren in den physischen und Ätherleib, das heißt aufzuwachen. Die höchste Spannung führt uns zum Untertauchen in den physischen Leib. Denn sonst müßte man imstande sein, die Kraft, die man im Schlafe im physischen Leib und in dem, was man den Ätherleib nennt, zurücklassen muß, herauszuziehen, wenigstens für ganz kurze Zeit. In dem, was man die wirkliche, geistige Anschauung nennen kann, belebt man tatsächlich das, was man nennen kann die unbewußte Kraft des Ätherleibes, bringt sie zum Aufblitzen. Man muß dann die Momente abwarten, in denen sich der Ätherleib auch während des wachen Lebens loslöst, es ist wie ein Blutpulsieren: der Ätherleib ist erst intimer mit dem physischen Leib verbunden — und zieht sich zurück. Indem man solche Augenblicke benützt, gewinnt man für einen kurzen Moment Bewußtsein vom AÄtherleib. Dann blitzt das übersinnliche Bewußtsein auf: man ist in der geistigen Welt, kann darin Fragen stellen.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"13. Schlaf und Tod vom Gesichtspunkte der Geisteswissenschaft","site_heading":null,"date":"1915-04-16","location":null,"word_count":539,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/64/1915-04-16/p011","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/64/1915-04-16/p011"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/64/1915-04-16/p011","paragraph_aligned":true}],"record":{"record_type":"unknown","scope":"volume","note":"How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.","evidence":null,"evidence_translation":null,"evidence_source":null}}