4. Menschenseele und Menschengeist
Es ist eben schwierig, über diese Dinge zu sprechen, weil man glaubt, man rede über etwas Ausgedachtes, während man eben über etwas redet, was, wenn sich die Seele vorbereitet hat, ihr wiederum entgegenkommt. Dieses höhere Bewußtsein ist nun solcher Art, daß man wirklich das ganz erschütternde Erlebnis in der Seele durchmacht: man kommt wie durch einen innerlichen Sprung aus alledem, worin man mit dem gewöhnlichen Seelenleben verbunden ist, heraus und vermag sich in diesen Beobachter, wenn auch nur, ich möchte sagen, für einen Augenblick hineinzuversetzen. Es gibt schon der Augenblicke genug. Man fühlt sich seinem ganzen Menschen gegenüber, so wie er im gewöhnlichen Leben dasteht, jetzt in derselben Weise, wie man sich sonst mit diesem gewöhnlichen Menschen fühlt gegenüber den Dingen, den farbigen und tönenden Dingen der äußeren Natur. Wenn man dieses Erlebnis weitertreibt, dann merkt man auf einem gewissen Punkt des inneren Erlebens, was es heißt, innere Seelentätigkeit zu entfalten, die sich nicht des Organes der Leiblichkeit bedient, sondern dieser äußeren Leiblichkeit gegenübersteht wie einem äußeren Gegenstand, wie der gewöhnliche Mensch dem Tisch oder dem Stuhl oder irgendeinem sonstigen äußeren Gegenstand gegenübersteht. Sein Seelenleben außer dem Leibe zu erleben, das ist es, was man eben wiederum nur erleben kann. Und dann weiß man, wie das Leben ausschaut, das durch die Pforte des Todes durchgeht, das leibfrei lebt, wenn ihm auch der physische Leib zerstört wird. Es ist innerlich webendes Seelenleben, das dann in die geistige Welt hinübertritt, um durch die geistige Welt sich hindurchzuleben und aus der geistigen Welt nunmehr die Kräfte zu nehmen. Man lernt sie in ihrer Eigenart kennen, diese Kräfte, die allmählich die Vorbereitung dazu sind, daß das Seelenwesen, nachdem es durch das Leben zwischen Tod und neuer Geburt durchgegangen ist, zu einer neuen Erdenverkörperung herabsteigt.