{"corpus":"steiner","locus":"GA 65/1915-12-10/p038","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"Das wird das höchste Ideal der Naturwissenschaft sein, aufzuzeigen, welches der organische Vorgang des Denkens ist. Aber wie steht nun dieser organische Vorgang zu dem Denken? Ich kann es jetzt nur vergleichsweise ausdrücken, was aber ausführlich dargestellt werden könnte. Doch gerade durch einen Vergleich wird es recht gut verstanden werden können. Wenn der Mensch über eine Straße geht und die Straße etwas weichen Boden hat, so daß sich jeder Tritt einprägt, sind hinterher die Spuren zu sehen. Da könnte jemand kommen und sagen: Ja, da sind gewisse Ausprägungen in der Erde - ich untersuche jetzt in der Erde die Kräfte, die diese Ausprägungen vom Inneren der Erde heraus formen, die bewirkt haben, daß der Weg in solch einer Weise geformt worden ist. Jemand, der nur auf die Erde schaut und vergißt, daß ein Mensch darüber gegangen ist, könnte das glauben. Gerade so verfährt derjenige, der im Gehirn und in den wirklichen Prozessen, die sich darin abspielen, die das Denken begleiten, die Ursachen des Denkens sucht. So wenig wie die Formen der Tritte aus dem Innern der Erde heraus kommen, so wenig kommt dasjenige, was da im Gehirn zu finden ist, aus dem Innern des Menschen heraus, sondern es wird auf lebendig seelischem Wege hineingeprägt, gerade so wie die Tritte in den Boden. Und wie derjenige falsch denkt, der die Tritte aus den Kräften der Erde selber ableiten will und nicht aus dem Menschen, der sie hinein getreten hat, ebenso falsch denkt derjenige, der glaubt, aus den inneren Vorgängen des Nervensystems das ableiten zu können, was sich im Verlaufe des Denkens unter diesen Nervenvorgängen im Gehirn abspielt. Das sind die Spuren, die diese lebendige Seele einprägt. Diese lebendige Seele sieht man nicht darinnen, aber sie wirkt und west darinnen. Und sie kann nicht gefunden werden durch äußere Forschung, sondern ihre Wege, ihre Schicksale, ihr Leben können nur gefunden werden durch diejenigen Prozesse, die rein innere Seelenprozesse sind und von denen heute gesprochen worden ist als den Wegen, auf denen man findet Menschenseele und Menschengeist!","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"4. Menschenseele und Menschengeist","site_heading":null,"date":"1915-12-10","location":null,"word_count":333,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/65/1915-12-10/p038","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/65/1915-12-10/p038"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/65/1915-12-10/p038","paragraph_aligned":true}],"record":{"record_type":"unknown","scope":"volume","note":"How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.","evidence":null,"evidence_translation":null,"evidence_source":null}}