{"corpus":"steiner","locus":"GA 65/1916-04-13/p009","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"Nun muß der Geistesforscher ins Auge fassen, daß das, was uns in der menschlichen Entwickelung im ganzen, vollen Menschen entgegentritt, uns das äußerlich Materielle, das Stoffliche immer durchzogen, durchtränkt zeigt von Geistig-Seelischem, Wenn man aber menschliche Entwickelung ins Auge faßt so, wie man es heute wissenschaftlich gewöhnt ist, dann faßt man diese Entwickelung so auf, daß man die Ereignisse nun eigentlich bloß in der Zeitenfolge verfolgt. Man betrachtet einen früheren Zustand, einen späteren Zustand, wieder einen späteren und so weiter, und denkt sich den späteren aus dem früheren immer hervorgehend. So betrachtet man ja die Entwickelung. Aber wie es nicht richtig wäre, den menschlichen Organismus in räumlicher Beziehung so wie eine Maschine zu betrachten, daß man die angrenzenden Teile nur in Beziehung zueinander bringt, wie man ihn so betrachten muß, daß gewissermaßen geheimnisvolle Beziehungen zwischen den entferntesten Organen sind, die nicht räumlich aneinander grenzen, so muß man, wenn man den ganzen vollen Menschen betrachtet, auch dasjenige, was in der Aufeinanderfolge der Zeit geschieht, so betrachten, daß sich die Dinge gewissermaßen nicht einfach in der Zeitenfolge auseinander entwickeln, sondern daß das, was mit dem Menschen geschieht, vielfach übereinander greift. Sie werden gleich sehen, in welchem Sinne ich das meine. Für den Geistesforscher ist es klar, daß sich in der menschlichen Entwickelung bis zum Zahnwechsel hin Geistig-Seelisches, nun sagen wir, aus seinem Inneren heraus drängt — ich kann heute wegen der Kürze der Zeit nicht bestimmter sprechen —, und durchtränkt, gewissermaßen physiognomiert das Stoffliche, das Materielle. Was drängt da eigentlich als Geistig-Seelisches gerade in der angedeuteten Zeit heraus?","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"14. Die deutsche Seele in ihrer Entwickelung","site_heading":null,"date":"1916-04-13","location":null,"word_count":256,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/65/1916-04-13/p009","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/65/1916-04-13/p009"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/65/1916-04-13/p009","paragraph_aligned":true}],"record":{"record_type":"unknown","scope":"volume","note":"How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.","evidence":null,"evidence_translation":null,"evidence_source":null}}