14. Die deutsche Seele in ihrer Entwickelung

GA 65/1916-04-13/p014 ·1916-04-13 · original (original)
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Dann hat man ins Auge zu fassen dasjenige, was im zweiten Zeitraum der menschlichen Entwickelung liegt. Dieser zweite Zeitraum dauert für den Geistesforscher vom Zahnwechsel bis zur Geschlechtsreife, also so bis zum dreizehnten, vierzehnten, fünfzehnten, sechzehnten Jahre. In der Zeit müssen wir wiederum unterscheiden zwischen dem Knaben- und dem Mädchenorganismus. Was der Mädchenorganismus hier leiblich-seelisch weiter hinzufügt, ist jetzt gerade dasjenige, was der Knabenleib in seinen ersten sieben Jahren sich einverleibt, also gerade dasjenige, was so zwischen dem achtundzwanzigsten und fünfunddreißigsten Jahre seelisch durchlebt wird. Und was sich der Knabenleib dann in diesen Jahren einverleibt, das ist das, wovon wir früher sagen mußten, daß es der Mädchenleib sich in der Zeit bis zum Zahnwechsel einverleibt. So sehen wir also, daß da die Zustände eigentlich übereinander greifen; daß dasjenige, was später seelisch, also in dem verfeinerten seelisch-geistigen Zustande, in dem verinnerlichten Zustande zum Vorschein kommt, zunächst im dumpfen Unterbewußten formend, belebend auf den Menschen wirkt, so wie er uns als physischer Mensch entgegentritt.

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