{"corpus":"steiner","locus":"GA 65/1916-04-13/p015","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"Und wenn wir dann die späteren Entwickelungszeiträume ins Auge fassen, so müssen wir sagen, daß sie allerdings nicht so scharf begrenzt sind wie die ersten, daß aber für eine feinere Beobachtung des menschlichen Lebens in einer ähnlichen Weise spätere Zeitabschnitte wohl ins Auge zu fassen sind. Aber es tritt dasjenige, was dann entwickelt ist, in einer innerlicheren Form auf. Was früher an dem Organismus gearbeitet hat, wird von der Geschlechtsreife an so, daß es sich gewissermaßen zurückzieht von dem Durchtränken, sagen wir, Durchphysiognomieren des Organismus, und innerlich sich entwickelnd wird. Da kann dann von dem, der überhaupt einen Sinn für solche Beobachtungen hat, deutlich beobachtet werden, wie von der Geschlechtsreife an bis in die ersten zwanziger Jahre hin sowohl im männlichen wie im weiblichen Organismus in einer mehr individuelleren Art die beiden späteren Zeiträume - der einheitliche und der getrennte — noch durcheinanderwirken, wie aber dann gewissermaßen diese Unterscheidung aufhört, die Seele ein Einheitlicheres wird, so daß wir nicht mehr sagen können: Wir finden etwa von den ersten zwanziger Jahren an in der Seele selber dasjenige, was sich in einer solchen Weise auf andere Zeiträume beziehen ließe, wie sich die leiblich-seelische Entwickelung in den ersten zwei oder drei Lebensabschnitten charakterisieren läßt. Wir finden die Seele mehr aus einem Einheitlicheren heraus wirkend; wir finden sie mehr aus einer gewissen innerlichen harmonischen Fülle heraus sich als Einheitliches geltend machend. Dennoch können wir wiederum mit einer feineren Beobachtung scharf unterscheiden, aber eben doch nur so, daß es wie eine Stimmung — und eine noch feinere Stimmung — ausgegossen ist über das Seelenleben, wie früher dieses Seelenleben selber über das Körperliche.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"14. Die deutsche Seele in ihrer Entwickelung","site_heading":null,"date":"1916-04-13","location":null,"word_count":267,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/65/1916-04-13/p015","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/65/1916-04-13/p015"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/65/1916-04-13/p015","paragraph_aligned":true}],"record":{"record_type":"unknown","scope":"volume","note":"How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.","evidence":null,"evidence_translation":null,"evidence_source":null}}