14. Die deutsche Seele in ihrer Entwickelung

GA 65/1916-04-13/p018 ·1916-04-13 · original (original)
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Nun kann ich heute auf manches, was ich hier ja öfter ausgeführt habe, nicht zurückkommen. Sie können das in meinen Büchern «Die Geheimwissenschaft» oder auch «Wie erlangt man Erkenntnisse der höheren Welten?» nachlesen. Wer nicht die Zeit dazu hat, kann sich in dem kurzen Aufsatz, den ich in der jetzt eben zum Erscheinen kommenden Zeitschrift «Das Reich» geschrieben habe, über diese Dinge ganz kurz, auf wenigen Seiten unterrichten. Es muß eine Tatsache ins Auge gefaßt werden, die nicht mit den gewöhnlichen Erkenntniskräften gefunden wird, sondern mit denjenigen Erkenntniskräften, die auf die Art entwikkelt werden, die ich oftmals hier geschildert habe, Es muß nämlich anerkannt werden eine gewisse Selbständigkeit des geistig-seelischen Lebens, eine Selbständigkeit, die auch wirklich im inneren Erleben und Erkennen beobachtet, erlebt werden kann. Es muß anerkannt werden, daß der Mensch imstande ist, durch Entwickelung gewisser Seelenfähigkeiten das Geistig-Seelische so loszulösen von dem Leiblich-Physischen, wie der Chemiker den Wasserstoff vom Sauerstoff loslöst, wenn er das Wasser zerlegt, und daß man erkennen kann durch dieses Sicheinleben in das Geistig-Seelische, daß der Mensch durch dieses Geistig-Seelische oder sagen wir, in diesem Geistig-Seelischen andere Verbindungen eingehen kann, als bloß diejenige, die mit dem Physisch-Leiblichen besteht. So wie der Wasserstoff von dem Sauerstoff getrennt werden kann und sich dann mit anderen chemischen Elementen verbinden und andere Körper bilden kann, so geht dasjenige, was als Seelisch-Geistiges losgelöst wird in der übersinnlichen Erkenntnis — eben nur zum Behufe der Erkenntnis -, andere Verbindungen ein, wenn das Physisch-Leibliche mit dem Tode abgeht; Verbindungen mit einer rein geistigen Welt. Sie umgibt den Menschen, wie hier oftmals ausgeführt worden ist, ebenso, wie ihn die physisch-sinnliche Welt umgibt, und leugnen kann sie nur, wer unter einer ähnlichen Gedankenverfassung leidet, wie derjenige, der noch nichts gehört hat und nichts weiß von der Luft und leugnet, daß die Luft, weil man sie nicht sehen kann, eben nicht da ist, weil im Raume nichts ist. Der Mensch gehört mit seinem Geistig-Seelischen einer geistigen Welt, einer wirklichen geistigen Welt an.

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