14. Die deutsche Seele in ihrer Entwickelung
Eine weitere Erkenntnis der Geisteswissenschaft ist, daß wir die beiden Wechselzustände zwischen Wachen und Schlafen so zu betrachten haben, daß das Seelisch-Geistige wirklich in einer gewissen Weise — es ist das aber mehr bildlich gesprochen — während des Schlafzustandes das Leiblich-Physische verläßt. Unsere Sprache ist eben nur für physische Zusammenhänge geschaffen. Man hat sozusagen keine Worte, um das auszudrücken. Man muß Worte nehmen, die die Sache mehr oder weniger bildhaft ausdrücken, Also das Geistig-Seelische verläßt das Physisch-Leibliche im Schlafzustand. Wir können also auch bildhaft sagen, dieses Geistig-Seelische ist außerhalb des Leiblich-Physischen während des Schlafes. Und wenn der Mensch wiederum aufwacht, so tritt das Geistig-Seelische in das Leiblich-Physische zurück. Das ist für denjenigen, der die Dinge durchmacht, die oftmals hier geschildert worden sind, ein wirklich erlebbarer Vorgang. Es ist nicht irgend etwas Ausgedachtes, sondern ein erlebbarer Vorgang. Und was aus dem Physisch-Leiblichen herausgeht, ist nicht nur dasjenige, was von unserem gewöhnlichen physischen Bewußtsein umfaßt wird, von jenem Bewußtsein, das ja für die physische Welt an den Leib gebunden ist — wie ich gerade in Vorträgen, die ich hier vor Wochen gehalten habe, ausgeführt habe -, sondern es ist noch ein tiefer Seelisches, ein Seelisches, das mit dem bewußt Seelischen verbunden ist, ein unterbewußtes, viel mächtigeres Seelisches, als das bewußte Seelische ist, ein Seelisches, das auf das Körperliche viel mehr wirken kann als das bewußte Seelische. Darüber kann ich vielleicht übermorgen weitere Ausführungen machen.