14. Die deutsche Seele in ihrer Entwickelung

GA 65/1916-04-13/p024 ·1916-04-13 · original (original)
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Wenn man nun vom geisteswissenschaftlichen Gesichtspunkte, das heißt vorbereitet durch das, was ich oftmals hier als geisteswissenschaftliche Methode angedeutet habe, ins Auge faßt, was da in der geschilderten Weise in den Gesamtmenschen hereinwirkt und worin man die Volksseele zunächst vermuten kann, dann findet man ganz beträchtliche Charakterverschiedenheiten der einzelnen Volksseelen. Nun muß natürlich gerade dann, wenn von Volksseele gesprochen wird, ganz fest ins Auge gefaßt werden - ich wiederhole es nicht unabsichtlich -, daß wir ja mit den geisteswissenschaftlichen Begriffen etwas Biegsames, Schmiegsames, ich möchte sagen, in Farbenwirkung haben, während wir feste Konturen bei alle dem haben, was in der physischen Welt ist, so daß selbstverständlich sehr leicht Einwände gemacht werden können gegen dasjenige, was ich jetzt sagen werde. Aber wenn wir statt einer oder anderthalb Stunden ein paar Tage hätten, so könnten wir uns ja hier über alle diese Einwände verständigen. Selbstverständlich handelt es sich hier durchaus nicht darum, irgendeine Volksseele zu kritisieren, irgendeine Volksseele so darzustellen, als ob sie einen anderen Wert hätte als eine andere Volksseele, sondern um objektive Charakteristik handelt es sich. Dadurch, daß manches, was ich jetzt zu sagen habe über die einzelnen Volksseelen, gesagt wird, wird der einen oder anderen noch nicht ein größerer oder geringerer Wert beigelegt, sondern es wird objektiv betrachtet.

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