14. Die deutsche Seele in ihrer Entwickelung
«Ein Deutscher, der die Geschichte Frankreichs schreibt, die Italiens, die Rußlands, die der Türkei: darin findet kein Mensch etwas Ungehöriges, etwas sich Widersprechendes» ; — Herman Grimm meint, weil diese deutsche Seele durch dieses Ausbreiten biegsam, schmiegsam ist, weiß diese deutsche Seele sich hineinzufinden in diese anderen Volksseelen — «aber ein Russe, Türke, Franzose, Italiener, die über deutsche Geschichte schreiben wollten! Und wenn das Buch einigen Unschuldigen imponieren sollte, weil es in einer fremden Sprache geschrieben ward, so braucht nur übersetzt zu werden. Ein Russe hat über Mozart und, durch den Erfolg seiner Arbeit gehoben, auch über Beethoven geschrieben. «Ist das Mozart, das Beethoven?» - fragt Herman Grimm. — «Musik scheint doch eigentlich kein Vaterland zu haben. Diese beiden Leute» — Mozart, Beethoven — «sind zwei Komponisten, deren einer Mozarts Werke schrieb» — nach dem, was der Russe angibt —- «und der andere die Beethovens, aber sie selber» — die Menschen meint er, die der Russe da beschreibt — «haben nichts gemein mit dem Buche und dessen Urteilen.»