14. Die deutsche Seele in ihrer Entwickelung

GA 65/1916-04-13/p045 ·1916-04-13 · original (original)
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Das ist der Unterschied zwischen dem Volke Mitteleuropas und denjenigen Völkerschaften, die rings herum sind. Das ist der Unterschied, der ins Auge gefaßt werden muß, wenn man verstehen will, wie diese deutsche Volksseele sich dann weiter entwickelt hat. Wie innig fühlte sie sich noch immer verbunden mit dem, was ringsherum war! Wie hat sie dasjenige wieder zurückgeholt in einer gewissen Weise, was erst ausgeströmt ist von Mitteleuropa! Wie strömt zurück — und man braucht kein Rassenfanatiker zu sein, wenn man dies darstellt - aus dem Italienertum die italienische Kunst, wie strömt zurück der Geist Dantes in dasjenige, was deutsches Volksseelenwesen ist! Wie strömt zurück französisches Wesen, wie strömt zurück britisches Wesen! Bis in unsere Tage herein hat es geströmt, in einer Weise, wie ich das oftmals hier angedeutet habe. So sehen wir, daß dieses Eigentümliche in der Entwickelung der deutschen Seele liegt. Sie bleibt in Mitteleuropa, sie erzeugt sich eine Umgebung und tritt mit dieser Umgebung in Wechselwirkung. Dadurch, ich möchte sagen, befruchtet sie dasjenige, was wegen ihres ausgebreiteten Charakters nur in einzelnen Schattierungen sichtbar ist.

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