{"corpus":"steiner","locus":"GA 65/1916-04-13/p057","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"Wirkt es nicht eigentlich wie ein Zum-Bewußtsein-Kommen, in was wir leben, wenn wir eine solche Betrachtung über das Volksseelenwesen nun messen an alledem, was uns heute entgegentönt über das Wesen des Deutschtums? Es ist schon unsere Zeit dazu angetan, daß man diese Dinge zusammenstellt. Es gab, wie Sie gesehen haben an Victor Hugo, Zeiten, in denen deutsches Wesen so angesehen werden kann, wie es im Sinne des heute Entwickelten, wenn auch nicht in diesen Begriffen, liegt. Ja, solches hat man immer wieder gefühlt. Und es waren doch recht, recht viele bis vor kurzer Zeit und sind gewiß auch jetzt noch manche, — recht viele aber bis vor kurzer Zeit, die sich auch vernehmen ließen, wie unrecht es ist, deutscher Gesittung so zu begegnen, wie ihm zum Beispiel von seiten des Britentums begegnet worden ist. Da kann ich mich ja berufen auf Worte, die am 2. August 1914 gedruckt worden sind. Da sind die Worte gedruckt worden: «Krieg Englands gegen Deutschland in Serbiens und Rußlands Interesse ist eine Sünde gegen die Gesittung.» Am 2. August 1914 standen diese Worte in den «Times» in London, und unterschrieben waren sie von C. G. Brown, Universität Cambridge; Burkitt, Universität Cambridge; Carpenter, Universität Oxford; Ramsay, früher Universität Aberdeen; Selbie, Universität Oxford; J. J. Thomson, Universität Cambridge. Und hinzugesetzt ist diesen Worten: Wir können es nicht wissen, aber es kann sich ergeben — so ungefähr heißt es -, daß durch allerlei Abmachungen unser Land in diesen Krieg verwickelt werden könnte. Wir wollen es nicht hoffen, wir müßten aber dann, wenn es geschähe, aus vaterJländischer Gesinnung selbstverständlich - ja, es steht da so etwas wie: — den Mund halten. — Nun, diese Dinge sind ja natürlich nicht nur in England. — Aber wir wollen nicht hoffen — so schrieben die betreffenden Engländer weiter -, daß das kommen könnte gegenüber einem Volk, das so verwandt ist mit uns und das so viel Gemeinsames mit uns hat.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"14. Die deutsche Seele in ihrer Entwickelung","site_heading":null,"date":"1916-04-13","location":null,"word_count":318,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/65/1916-04-13/p057","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/65/1916-04-13/p057"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/65/1916-04-13/p057","paragraph_aligned":true}],"record":{"record_type":"unknown","scope":"volume","note":"How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.","evidence":null,"evidence_translation":null,"evidence_source":null}}