{"corpus":"steiner","locus":"GA 66/1917-02-15/p051","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"Dann, wenn das schauende Bewußtsein diese innere Entdeckung gemacht hat, dann kann es, wenn die in den genannten Büchern geschilderten inneren Seelenmethodenfort-gesetzt werden, weiter gelangen; dann kann es dahin gelangen, nicht nur im Geiste so sich zu wissen, daß es schaut, wie eigentlich die stofflichen Erscheinungen, die stofflichen Offenbarungen zustande kommen können, wie gewissermaßen der Tod wirkt in seinen Teilerscheinungen von Stunde zu Stunde, von Augenblick zu Augenblick, sondern es lernt die aus dem Leibe frei gewordene Seele nunmehr auch - und das liegt in geradem Fortschreiten in denjenigen Methoden, die angedeutet worden sind -, es lernt die Seele überblicken wie mit einem Blick dasjenige, was sich, nun nicht im Raume, sondern in der Zeit abspielt: Die Entfaltung des ganzen Lebens, wie da die Seele im Leiblichen arbeitet zwischen der Geburt oder Empfängnis und dem Tode. Natürlich nicht in den Einzelheiten - wie man nicht das Wetter überschaut für den kommenden Tag, wohl aber überschauen kann, daß die Sonne nach dem Untergehen am kommenden Tag wieder erscheinen wird. Dann wird die Seele so frei, daß sie sich nicht nur unabhängig weiß von der Leiblichkeit, sondern daß sie allmählich aufsteigt dazu, sich auch unabhängig zu wissen von dem gewöhnlichen physischen Leben, das zwischen Geburt beziehungsweise Empfängnis und dem Tode verläuft. Sie weiß sich dann in demjenigen Zustand, in dem sie war, bevor sie durch die Geburt oder durch die Empfängnis eingetreten ist in dieses physische Leben. So wie der Mensch im physischen Leben den Raum überwindet, so überwindet dann die Seele die Zeit; sie lernt von einem Punkte, der vor der Geburt und Empfängnis liegt, in dem sie sich wissend fühlt, das Leben überschauen; sie lernt dieses Leben als eine Einheit schauen, gewissermaßen das ganze Leben auf dem Hintergrund aber nun des dieses","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"Geist und Stoff, Leben und Tod","site_heading":null,"date":"1917-02-15","location":null,"word_count":292,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/66/1917-02-15/p051","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/66/1917-02-15/p051"}],"record":{"record_type":"unknown","scope":"volume","note":"How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.","evidence":null,"evidence_translation":null,"evidence_source":null}}