2. Der Mensch als Geist- und Seelenwesen
Es ist ja schwierig, heute schon von diesen Dingen so unbefangen zu sprechen. Nur wenn man sich in gewissem Sinne zur Erkenntnis der Wahrheit verpflichtet fühlt, tut man dieses. Denn es besteht ja in weitesten Kreisen selbstverständlich die Meinung, daß solche Dinge, wie sie jetzt ausgesprochen worden sind, nicht auf wirklich wissenschaftlichem Geiste beruhen, sondern auf irgendwelcher Phantastik oder Träumerei. Nur langsam und allmählich wird die Menschheit lernen, daß dies keine Träumerei, keine Phantastik ist, sondern eine, wenn auch auf einem andern Wege alsauf dem der Naturwissenschaft verlaufende, methodische Forschung über das Geistige. Ebenso wird die Menschheit das lernen, wie sie, was auch einmal als Träumerei und Phantastik galt, die kopernikanische Weltanschauung, als Wahrheit eingesehen hat. Gewisse Bekenntnisse haben ja allerdings bis zum Jahre 1822 gebraucht, bis sie diese kopernikanische Weltanschauung als Wahrheit gelten ließen. Hoffentlich wird es nicht so lange dauern mit der Anerkennung dieser geistigen Wahrheiten, auch aus sozialen Gründen, die heute hier nicht angeführt werden können, die angeführt werden sollen in dem Vortrage, den ich in diesem Zyklus über das geschichtliche Leben der Menschheit halten werde.