2. Der Mensch als Geist- und Seelenwesen

GA 67/1918-02-07/p024 ·1918-02-07 · original (original)
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Nach zwei Richtungen kommt man heute aus dem bloßen Seelenleben hinaus. Auf der einen Seite können wir dadurch hinauskommen und zum Geiste aufsteigen, daß wir, nachdem wir uns in unserm eigentlichen Ich bewußt geworden sind, indem wir den Bildekräfte-Leib erfühlen, wie wir sonst den physischen Leib erfühlen, dadurch in der äußeren Welt das Übersinnliche sehen. Dann kommen wir aber zu einer noch höheren Vorstellung von unserm Ich, dann kommen wir zu der Erkenntnis, warum für das gewöhnliche Bewußtsein dieses Ich sich verbirgt: Im Grunde genommen entspringt dieses Ich so wenig aus dem gewöhnlichen Seelenleben heraus, wie aus der Lunge die Luft kommt, die wir atmen. Wer da glaubt, daß das wahre Ich drinnen im Leibe irgendwie erzeugt wird, glaubt auf diesem Gebiete dasselbe wie der, der glaubt, daß der Atem irgendwie aus der Lunge erzeugt werde. Nein, unser wahres Ich ist in der Welt drinnen, die wir imaginativ aufnehmen. Da finden wir auf der einen Seite das Ich, indem wir es zum Erwachen bringen, es über die bloße Sinneswahrnehmung zum Übersinnlichen bringen. In diesem Ich finden wir die eine Seite des Ewigen, jene Seite, die uns den Keim zu alle dem zeigt, was aus uns wird, wenn wir durch die Pforte des Todes durchgehen und uns in die geistige Welt hineinleben, um zu folgenden Erdenleben zurückzukehren.

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Cite: GA 67/1918-02-07/p024 · edition original