{"corpus":"steiner","locus":"GA 67/1918-02-28/p008","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"Für diese wahre Selbstbeobachtung wird eine Grundlage dadurch geschaffen, daß man versucht, ganz methodisch regelrecht den inneren Willen des Menschen einzuführen in das Vorstellungsleben. Dadurch gelangt man zu dem, was man im wahren Sinne des Wortes, nicht in einem dunklen, mystischen Sinne, nennen kann Meditation, meditatives inneres Leben. In unserem gewöhnlichen alltäglichen Bewußtsein sind wir ja an solches meditatives Leben durchaus nicht gewöhnt, da richten wir die Folge der Gedanken ganz nach dem Verlauf der äußeren Welt mit ihren Eindrücken ein; wir lassen einen Gedanken auf den anderen folgen, je nachdem der äußere Eindruck auf den andern folgt. Die Folge der äußeren Eindrücke gibt uns den Faden, nach dem unsere Gedanken verlaufen. Auf der Grundlage dessen, was sich dann der Mensch als eine Lebenserfahrung oder auch Lebensweisheit angeeignet hat, regelt er sich sein inneres Leben, seinen Gedankenverlauf, so daß er dann dazu kommt, von innen heraus seinen Gedanken Folge geben zu können. Allein alles das kann höchstens Vorbereitung zu dem sein, was hier gemeint ist. Das muß in langsamer, geduldiger, energischer Arbeit erlangt werden. Es wird dadurch erlangt, daß man zunächst die Vorsicht anwendet, in seine Gedanken eine solche Regelmäßigkeit und dennoch, ich möchte sagen, solche Willkür hineinzubringen, daß man sicher ist: In dem, was man so übt, wirkt nichts von einer bloßen Reminiszenz, nichts von dem, was heraufsteigen kann aus irgendwelchen mehr oder weniger vergessenen Vorstellungswelten, Lebenserfahrungen und dergleichen. Daher ist es notwendig, daß derjenige, der zur Geistesforschung kommen will, sich einlebt in ein solches Verfolgen der Vorstellungen, die er sich in übersichtlicher Weise selber zubereitet, oder von da oder dort her in übersichtlicher und kunstgerechter Weise zubereitet erhält, daß er wirklich in dem Augenblick, in dem er sich diesem Vorstellungsverlaufe hingibt, sagen kann: Ich überschaue, wie ich die eine Vorstellung an die andere reihe, wie ich durch den Willen beeinflusse den Vorstellungsverlauf.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"4. Geist, Seele und Leib des Menschen","site_heading":null,"date":"1918-02-28","location":null,"word_count":304,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/67/1918-02-28/p008","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/67/1918-02-28/p008"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/67/1918-02-28/p008","paragraph_aligned":true}],"record":{"record_type":"unknown","scope":"volume","note":"How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.","evidence":null,"evidence_translation":null,"evidence_source":null}}