Die Offenbarungen des Unbewussten vom geisteswissenschaftlichen Gesichtspunkt
Wer vom geisteswissenschaftlichen Gesichtspunkt aus über diese Grenzgebiete des menschlichen Lebens sich Aufschluß verschaffen will, der hat nötig, daß er gerade diejenigen Eigentümlichkeiten wirklicher Geistesforschung ins Auge faßt, welche irgendwie darüber Licht verbreiten können. Daher möchte ich aus dem Umfang dessen, was ich von verschiedenen Gesichtspunkten her in den bisherigen Vorträgen schon charakterisiert habe, einiges herausgreifen, was dann geeignet sein kann, eine Grundlage abzugeben für die Besprechung der eben genannten Erscheinungen. Geistesforschung muß begründet sein auf einer wirklichen Entfaltung von Kräften der menschlichen Seele, die im gewöhnlichen Bewußtsein und auch in demjenigen Bewußtsein, mit dem die gewöhnliche Wissenschaft arbeitet, verborgen sind. Ich habe darauf hingewiesen, daß die menschliche Seele in der Lage ist, durch gewisse Übungen, gewisse Veranstaltungen rein seelischer Art, die gar nicht mit irgend etwas Leiblichem zu tun haben, in ihr sonst schlummernde Kräfte aus sich herauszuholen, so daß sie sich dadurch in die Möglichkeit versetzt, hineinzuschauen in das wirkliche geistige Leben. Charakterisieren muß ich heute das, was vor allen Dingen Vorbedingung für die menschliche Seele ist, um in einer solchen übersinnlichen Erkenntnis sich von dem Leiblichen unabhängig zu machen. Da ist vor allem notwendig, daß man dasjenige berücksichtigt, was ich in einem früheren Vortrage schon auseinandergesetzt habe und heute kurz wiederholen will.