Die Offenbarungen des Unbewussten vom geisteswissenschaftlichen Gesichtspunkt

GA 67/1918-03-21/p006 ·1918-03-21 · original (original)
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Ich habe gesagt, daß allerdings die Art, sich zur geistigen Wirklichkeit zu stellen, eine andere sein muß als diejenige, wie man sich zur äußeren physisch-sinnlichen Wirklichkeit stellt. Da ist vor allem notwendig zu berücksichtigen, daß dasjenige, was in der geistigen Welt erfahren wird von der leibfreien Seele, nicht unmittelbar so, wie es erfahren wird, wie eine gewöhnliche Vorstellung übergehen kann in das menschliche Erinnerungsvermögen. Dasjenige, was man im Geiste erfährt, das muß immer wieder von neuem erfahren werden, so wie man einer äußeren physischen Wirklichkeit, wenn man sich nicht bloß an sie erinnern, sondern sie vor sich haben will, immer wieder von neuem gegenübertreten muß. Wer glaubt, wirkliche geistige Erfahrung mit solchen Vorstellungen zu haben, an die er sich erinnern kann wie an gewöhnliche Vorstellungen des alltäglichen Lebens, der kennt nicht das wirklich Geistige. Wenn man sich, wie das selbstverständlich möglich ist, doch später erinnert an geistige Erlebnisse, so rührt das davon her, daß man in der Lage ist, solche Erlebnisse in das gewöhnliche Bewußtsein hineinbringen zu können, wie man die Anschauungen einer äußeren physischen Wirklichkeit hineinbringen kann. Dann kann man sich an die Vorstellungen erinnern. Aber man muß unterscheiden lernen zwischen diesem Erinnern an die selbst gebildeten Vorstellungen und dem unmittelbaren Erleben eines geistigen Vorganges, dem unmittelbaren einer geistigen Wesenheit Gegenüber-Stehen. Das also ist ein besonderes Charakteristikum des leibfreien Erlebens, daß dieses Erleben nicht unmittelbar in das Gedächtnis eingreift.

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