Die Offenbarungen des Unbewussten vom geisteswissenschaftlichen Gesichtspunkt

GA 67/1918-03-21/p009 ·1918-03-21 · original (original)
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Aber auch sonst sind gewisse Dinge notwendig, die in der Seele desjenigen, der so geistig forschen will, wie es hier gemeint ist, erfüllt werden müssen. Die erste Bedingung ist die, daß die Seele möglichst wenig ausgesetzt ist jener Eigentümlichkeit, die man mit Passivität des Seelenlebens bezeichnen kann. Wer es besonders liebt, sich dem Leben traumhaft hinzugeben, sich passiv zu machen, wie man es nennt, um in einer gewissen traumhaften mystischen Stimmung die Offenbarungen der geistigen Wirklichkeit in sich hineinfließen zu lassen, der ist wenig geeignet, wirklich in die geistige Welt hineinzukommen. Denn das muß schon festgestellt werden: Auf dem Gebiete des eigentlichen geistigen Lebens gibt es der Herr den Seinen nicht im Schlafe! Im Gegenteil, dasjenige, was besonders geeignet macht, in die wirkliche geistige Welt einzudringen, das ist Regsamkeit des Geistes, das ist Aktivität des Geistes, das ist ein gewisser Eifer in dem Verfolgen wirklicher Gedanken, in dem Sichüben an Herstellung von Verbindungen entfernt liegender Gedanken, das ist eine gewisse Regsamkeit in schnellem Ergreifen von Gedankenzusammenhängen, das ist eine gewisse Liebe zur inneren geistigen Aktivität. Zwischen einer medialen Veranlagung und der Veranlagung für wirkliches geistiges Erkennen ist ein Unterschied wie zwischen Tag und Nacht. Das ist die eine Bedingung, die besonders erfüllt werden muß, wenn wirkliches geistiges Forschen möglich sein soll.

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