{"corpus":"steiner","locus":"GA 67/1918-03-21/p013","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"Diese Bedingungen mußte ich vorausnehmen, weil sie uns die Grundlagen abgeben für die abnormen Gebiete des Seelenlebens, die wir nun zu betrachten haben. Wir sehen in dem wirklichen Geist-Erkennen diejenige Offenbarung des sonst unbewußt Bleibenden, welche den Menschen aufklären kann über sein ewiges, über sein wirklich freies Wesen in der Seele, und wir können das, was also offenbart wird, gerade dadurch vergleichen mit dem, was durch die abnormen Erscheinungen des Seelenlebens zutage tritt. Noch nicht ganz unter die abnormen Erscheinungen kann man das rechnen, was in der auf- und abwogenden Traumeswelt an das menschliche Bewußtsein mehr heranschlägt, als daß es wirklich herankommt. Diese Traumeswelt ist auch schon Gegenstand äußerer naturwissenschaftlicher und philosophischer Untersuchungen geworden, ohne daß man sagen kann, daß gerade die Methoden, die heute für die äußere Naturwissenschaft so glänzend dastehen, besonders geeignet wären, in dieses Grenzgebiet des menschlichen Lebens einzudringen. Aber auch in bezug auf Grenzgebiete, wie wir sie heute noch erwähnen wollen, ist dasjenige, was so recht nur im Sinne der heutigen Naturwissenschaft denken will und sich ganz den Vorurteilen, die sich daraus ergeben, hingibt, wenig geeignet, in die Wahrheit der Sache einzudringen. Die heutige Menschheit hat ja zwar vielfach, obwohl sie erklärlicherweise sich für recht wenig autoritätsgläubig hält, eine gewisse Hinneigung, alles auf Autorität hin unter gewissen Voraussetzungen anzunehmen. Wenn von jemand, der überall im öffentlichen Leben als ein großer Geist hingestellt wird, einmal ein dickes Buch auch in bezug auf die Erforschung abnormer Seelenerscheinungen herauskommt, dann finden sich so und soviele, die zwar nicht sonderlich viel verstehen von diesen Dingen, die aber dieses Buch loben, und unsere autoritätsfreie Gesellschaft findet dann selbstverständlich, daß dieses Buch etwas ist, worauf man bauen kann.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"Die Offenbarungen des Unbewussten vom geisteswissenschaftlichen Gesichtspunkt","site_heading":null,"date":"1918-03-21","location":null,"word_count":276,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/67/1918-03-21/p013","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/67/1918-03-21/p013"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/67/1918-03-21/p013","paragraph_aligned":true}],"record":{"record_type":"unknown","scope":"volume","note":"How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.","evidence":null,"evidence_translation":null,"evidence_source":null}}