{"corpus":"steiner","locus":"GA 67/1918-03-21/p023","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"So sehr man sich auch bemühen wird, bloß mit den Mitteln und Quellen der äußeren Wissenschaft an den Traum heranzukommen, man kann es nicht, aus dem Grunde, weil man den Traum mit nichts vergleichen kann. Der Traum tritt tatsächlich wie eine Art Wunder in die gewöhnliche Welt hinein, man kann ihn nicht mit irgend etwas anderem vergleichen. Das ist das Wesentliche. In die Möglichkeit, den Traum mit etwas anderem zu vergleichen, kommt erst der Geistesforscher. Warum? Er kommt dazu, weil er selbst kennenlernt, was sich ihm ergibt, wenn er in die geistige Welt eintreten kann. Da nimmt er wahr, daß er nicht mehr mit der gewöhnlichen Logik auskommt — wir haben es auch heute wieder erwähnt -, die für die Erklärung des äußeren Sinneslebens gilt. Derjenige, der in die geistige Welt aufsteigt, muß das freie Vermögen bekommen, die Erlebnisse der geistigen Welt in Sinnbildern auszudrücken. Daher habe ich auch im letzten Vortrage die erste Stufe des Erkennens der geistigen Welt die «imaginative Erkenntnis» genannt. Man weiß dann allerdings, daß die Sinnbilder nicht die Wirklichkeit sind, aber man weiß, daß man durch die Sinnbilder die Wirklichkeit zum Ausdruck bringt. Diese Sinnbilder müssen natürlich nach den sich aus der geistigen Welt ergebenden wahren Gesetzen geformt sein, sie dürfen nicht durch wilikürliche Phantasie entstehen. Der Geistesforscher lernt erkennen, wie man — abgesehen von der physisch-sinnlichen Welt — Vorstellungen aneinanderbindet, lernt erkennen, wie man Sinnbilder schafft. Diese erste Stufe des Erkennens der geistigen Welt kann man dann vergleichen mit der unbewußten Tätigkeit, die in den Traumhandlungen vollzogen wird. Da ergibt sich ein Vergleich, und außerdem ergibt sich noch etwas anderes.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"Die Offenbarungen des Unbewussten vom geisteswissenschaftlichen Gesichtspunkt","site_heading":null,"date":"1918-03-21","location":null,"word_count":266,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/67/1918-03-21/p023","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/67/1918-03-21/p023"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/67/1918-03-21/p023","paragraph_aligned":true}],"record":{"record_type":"unknown","scope":"volume","note":"How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.","evidence":null,"evidence_translation":null,"evidence_source":null}}