Die Offenbarungen des Unbewussten vom geisteswissenschaftlichen Gesichtspunkt
Woran liegt es, daß hier einmal etwas auftritt, wodurch ein Mensch, der nicht durch wahre Geistesforschung in die geistige Welt hineinkommen will, auf einem solchen Wege doch etwas findet, was ihn zu der Überzeugung von dem Hineinragen einer geistigen Welt in die physische bringt? Den wirklichen Geistesforscher könnte das nicht zu der gleichen Überzeugung bringen, weil er weiß, worum es sich hier handelt. Er muß sich sogar sehr darüber wundern, daß ein Mann wie Lodge, trotzdem er ein so gewiegter Naturforscher ist, doch so dilettantisch auf diesem Gebiete ist. Wer auch nur oberflächlich mit diesen Erscheinungen bekannt ist, vielleicht gar nicht durch selbständige Anschauungen, sondern nur aus der Literatur, der weiß, daß bei Somnambulen und Medien eine Beziehung zur Umgebung in der Weise vorhanden ist, wie ich es geschildert habe, daß gewissermaßen der ganze Mensch zu Sinnesorganen umgewandelt wird und dadurch automatische und zeitliche Ferngesichte auftauchen. Ihre Grundlage ist stets ein krankes oder schwaches Seelenleben. Sie haben nichts zu tun mit derjenigen Welt, der der Mensch mit seinem unsterblichen Teil angehört, aber sie haben zu tun mit dem, was als physische, sinnliche Umgebung geistig ist, was sich namentlich darinnen durch den Willen des Menschen zuträgt. Gerade weil Lodge gewissenhaft beschreibt, läßt sich feststellen, daß das Medium nichts anderes als ein Ferngesicht gehabt hat, daß es die Photographien vierzehn Tage vor ihrer Ankunft in London gesehen hat. Das mag manchem wunderbar genug vorkommen, allein das sind gewöhnliche Erscheinungen. Jedenfalls ist damit nicht, wie Lodge meint, ein Beweis dafür geliefert, daß Myers nun wirklich seine Hand über den Sohn des Lodge gehalten hat. Es kann das ja der Fall sein, aber es müßte in leibfreier Geistesforschung untersucht werden. Man sieht, wie groß die Versuchungen "und Verlockungen sind selbst für diejenigen, die gewissenhafte Forscher sind und solchen Erscheinungen mit Vorsicht und Kritik gegenüberstehen, wenn man sich nicht wirklich auf den Pfad der Geisteswissenschaft begeben will. Dasjenige, was durch diese abnormen Erscheinungen, durch die der Mensch zum Automaten gemacht wird, erfahren werden kann, darf niemals der Inhalt einer Wissenschaft vom wirklich Übersinnlichen werden, dem der Mensch mit seinem ewigen Teil angehört.