{"corpus":"steiner","locus":"GA 67/1918-03-21/p038","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"Im nächsten Vortrage soll dann eingehender dasjenige behandelt werden, was im Laufe der Kulturentwickelung fortwährend Beseligung und Erhebung in das menschliche Leben hineinträgt: die Kunst. Im Traum erlebt der Mensch die geistige Welt so, daß sich durch das Anstoßen an die Leiblichkeit Sinnbilder gestalten. Auch das, was der wirkliche Künstler erlebt, und was im Kunst genießenden, im Kunst empfangenden Menschen vorgeht, spielt sich in den unbewußten Regionen des Seelenlebens ab, in denjenigen Regionen, die jenseits des bloßen physischen Erlebens liegen. Das wirklich Künstlerische wird hineingetragen aus dem Übersinnlichen in die sinnlichen Regionen des Lebens, nur daß sich dann in der Kunst die Umkleidung mit Bildern nicht unbewußt vollzieht. Gerade so, wie beim Träumenden das eigentlich seelische Erlebnis im Unbewußten bleibt, sich aber offenbart durch dasjenige, was die Seele wiederum unbewußt als Umkleidung hinzufügt zu dem eigentlichen Erlebnis, so wird das übersinnliche Erlebnis des Künstlers und des Kunst Genießenden an dem Kunstwerk hineingetragen in die sinnliche Welt. Aber die Umkleidung mit dem Bild, die Umkleidung mit demjenigen, was vom äußeren Leben als Imagination benutzt wird, um phantasievoll das übersinnlich Erlebte hineinzustellen in die sinnliche Welt, das wird im Bewußtsein durchgeführt. Daß dieses so ist, daß tatsächlich die Kunst eine Botschaft ist aus einer übersinnlichen Welt, daß tatsächlich das Genießen der Kunst ein Heraufheben der Seele zu der übersinnlichen Welt ist, auf dem Wege der sinnlichen Ausgestaltung, durch sinnliche Bildlichkeit, wird Gegenstand des nächsten Vortrags sein.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"Die Offenbarungen des Unbewussten vom geisteswissenschaftlichen Gesichtspunkt","site_heading":null,"date":"1918-03-21","location":null,"word_count":234,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/67/1918-03-21/p038","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/67/1918-03-21/p038"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/67/1918-03-21/p038","paragraph_aligned":true}],"record":{"record_type":"unknown","scope":"volume","note":"How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.","evidence":null,"evidence_translation":null,"evidence_source":null}}