10. Der Übersinnliche Mensch III
Es gibt noch eine Möglichkeit, das menschliche Auge zu sehen: daß man es im Spiegel beschaut. Aber man hat dann nicht die lebendige Wesenhaftigkeit dieses Auges vor sich, man hat das Bild dieses Auges vor sich. Dieser Vergleich paßt insofern auf das, was ich ausführen will, als man durch die Methoden, welche die Geisteswissenschaft einzuschlagen hat, um Ansichten zu gewinnen über die heute zu besprechenden Fragen, sich gewissermaßen in eine Lage begeben muß, die das, was man als Mensch in sich und an sich erlebt, zuerst im Bilde zeigt, und daß man mit seinem eigentlichen Menschenwesen sich in eine Lage versetzt, die das, was man sonst als lebendige Wirklichkeit vor sich hat, zum Bilde macht.
Read this passage in another edition
DEoriginalENEnglish