Über das Wesen des Christentums

GA 68a/1905-01-23/p007 ·1905-01-23 · original (original)
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Heute wird vielfach betont, Jesus von Nazareth sei der schlichte Mann gewesen, der es verstanden habe, volkstümlich mit der Menge zu reden. Auch in Bezug auf Paulus wird von theologischer Seite betont, dass er aus einer elementaren Urkraft heraus geredet habe. Schlichtheit und Schlichtheit ist zweierlei. Der eine redet schlicht, weil er selbst ein schlichter Mensch ist, der nicht mehr zu geben hat. Eine andere Schlichtheit ist die eines Weisen, der sie sich wiedererrungen hat, nachdem er in alle Tiefen der Weisheit eingedrungen ist und sich dabei die Schlichtheit bewahrt hat. Am Schluss, am Ziel verwandelt sich die ganze Weisheit in Schlichtheit, schließlich redet man schlicht. Diese zweite Weise zu reden hat eine magische Kraft. Überzeugen Sie sich selbst. Lesen Sie Clemens von Alexandrien oder Origenes — so redet nur der, welcher die Dinge kennt, die nicht aus dieser Welt sind. Und das haben sie dem höheren Wissen zu verdanken, das sie in den Geheimschulen gelernt hatten; da lernt man schlicht sprechen. Jetzt ist der Mensch erfüllt von der Zauberkraft, die Kopf und Herz mit spirituellem Leben, mit dem Feuer des Geistes erfüllt.

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