{"corpus":"steiner","locus":"GA 68a/1906-11-27/p012","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"Man sagte, ein solcher Mensch erlebt etwas auf einer höheren Stufe wie der Blindgeborene, der operiert wird, hier in der Sinnenwelt erlebt. Diese «Operation der Seele», die Wiedergeburt im Geiste, die wurde vollzogen mit dem Mysten in den Mysterien. Das, was man «die Reiche der Himmel» nannte in den Mysterien, in welche dann der Myste eingeführt wurde, das war nicht etwa an einem anderen Ort. Das Reich der geistigen Welt ist hier um den Menschen herum. So viele Welten sind um uns herum, so viel wir Fähigkeiten haben, um die Welten wahrzunehmen. Nicht eine Weisheit empfing man in den Mysterien, die trocken und abstrakt war, sondern eine Weisheit, die zugleich Religion war, die zugleich Kunst war. In den ältesten Mysterien war die Weisheit zugleich Religion, zugleich Kunst. In allen Mysterien Griechenlands wurde dem Mysten das geistige Auge geöffnet. Es wurde ihm vorgeführt, wie einstmals in Urzeiten der Mensch noch halb Tier war und wie sich die Seele heraufgerungen hat bis zu der Stufe der Menschheit, auf der sich der Mensch selbst erblickte. Drei Stufen führte man ihm vor: Er sah Gestalten, wie sie in einer fernen Menschheitsentwicklung gelebt haben; dann Gestalten, halb Tier, halb Mensch, dann vollkommene menschliche Gestalten. Diese drei Typen der Menschheitsentwicklung traten ihm in den griechischen Mysterien entgegen, und sie fanden ihren Ausdruck in der griechischen Plastik, als Erstes der Zeustypus mit der geraden Nase, Augen mit der Ausrundung nach oben; zweitens: Der Typus des Gottes Merkur, mit dem wolligen Haar und der aufgestülpten Nase; drittens: Der Typus des Satyr mit anderen Augen, anderer Nase und anderen Mundwinkeln. Diese drei Typen treten uns als Abbild der Stufen der Menschheitsentwicklung in der griechischen Kunst entgegen.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"22. Esoterisches Christentum","site_heading":null,"date":"1906-11-27","location":null,"word_count":277,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/68a/1906-11-27/p012","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/68a/1906-11-27/p012"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/68a/1906-11-27/p012"}],"record":{"record_type":"unknown","scope":"volume","note":"How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.","evidence":null,"evidence_translation":null,"evidence_source":null}}