22. Esoterisches Christentum

GA 68a/1906-11-27/p015 ·1906-11-27 · original (original)
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Nur nach sittlicher Läuterung, nach intellektueller Klärung konnte man hineinkommen in diese Stätten der Weisheit. In der alten heidnischen Zeit war es so. Da lebten vorzugsweise die Mysterien des Geistes. Nur mit wunderbarem Enthusiasmus, mit intimster Hingabe sprachen die Mysten von dem, was man in den Mysterienschulen erleben konnte. Aristides spricht davon: «Ich glaubte, den Gott zu berühren, sein Nahen zu fühlen, und ich war dabei zwischen Wachen und Schlafen, mein Geist war ganz leicht, sodass es kein Mensch sagen und begreifen kann, der nicht eingeweiht ist.» Und an anderer Stelle sagt er: «Es war, als ob die geistige Welt mich umrieselte.» Plutarch sagt: «Der die Weihen empfangen hatte in diesen Mysterien, der grüßte die Gottheit mit dem Ewigkeitsgruß.» Denjenigen, der sie durchgemacht hatte, den nannte man einen «Wiedergeborenen».

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