22. Esoterisches Christentum
Wir müssen ein wenig beleuchten, welches der letzte Akt war bei einer jeden Einweihung in die Mysterien des Geistes. Man musste eine moralische Läuterung durchmachen, eine intellektuelle Klärung. Dann musste man das sehen mit den Augen des Geistes. Hinter dem Bewusstsein, das uns im wachen Zustand begleitet, da gibt es ein anderes Bewusstsein. Das Bewusstsein sinkt nicht beim Einschlafen in die vollkommene Finsternis. Der Mensch bleibt des Nachts bewusst; er ist vorhanden. Aber das Bewusstsein, welches ihn vom Morgen bis zum Abend begleitet, das bleibt nicht in der Nacht. Es gibt ein Mittel, dem Menschen die Bewusstlosigkeit zu nehmen. Es gibt Methoden, dies zu erlangen. Durch eine gewisse Seelenkultur, durch Dinge, die sich als intime Vorgänge im Innern der Seele erweisen, kann der Mensch sich die Möglichkeit erringen, dass sein Traumleben ihm neue Offenbarungen bietet, dass er etwas erfährt von Dingen, die man nicht mit sinnlichen Augen und Ohren erkennt. Es ist ganz gleich, ob man die Wahrheit im Schlafe oder am Tage im Wachen erkennt; nur muss der Mensch lernen, die Welt, die er da erlebt, herüberzunehmen in die physische Wirklichkeit. Wenn er dadurch imstande ist, das Geistige in der ganzen Welt zu sehen, dann hat er die erste Stufe der Einweihung erreicht.
Cite:
GA 68a/1906-11-27/p016 · edition original