Bibel und Weisheit

GA 68a/1907-04-25/p006 ·1907-04-25 · original (original)
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Es ist nur zu natürlich, wenn man sieht, dass der moderne Mensch Kritik anlegen muss, aber wir fragen uns: Wie ist es möglich, dass durch Jahrhunderte hindurch wahrlich auch nicht dumme Köpfe, die diese Bücher in der Hand gehabt haben, nicht auch Kritik angelegt haben, warum sie nicht auch zum Beispiel die Verschiedenheiten, die die vier Evangelien aufweisen, dieser Kritik unterzogen haben? Sollen wir uns vorstellen, dass diejenigen wenigen, die vor der Erfindung der Buchdruckkunst die Bibel in der Hand hatten, nicht das gesehen haben, was die heutige Kritik sieht und woraus sie Zweifel an der Echtheit der Evangelien schöpft? Sie haben diese Verschiedenheit wohl gesehen, aber sie wussten, worauf sie zurückzuführen sei. Sie wussten, dass in diesem gewaltigen historischen Moment, in der Begründung des Christentums, auf den physischen Plan herabgezogen war und vollendet war im Mysterium von Golgatha die Stufenfolge der Einweihung. Die konnte auf dem physischen Plan fortan durchmachen der «Menschensohn», das heißt derjenige, der in sich entwickelt hatte das Allgemeinbewusstsein. Das Geheimnis der Einweihung trug hinaus der Menschensohn in die physische Welt, und das Leben dieser Eingeweihten musste so beschrieben werden, dass es ein Abbild war des alten Einweihungskanons in den alten Mysterien, den alten Tempelstätten. Dieser Einweihungskanon war fixiert in dieser Gegend so, in jener Gegend anders, doch hindurchscheinen sieht man durch sie den Einweihungsmodus der alten Einweihungsschulen.

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