Bibel und Weisheit

GA 68a/1907-04-25/p007 ·1907-04-25 · original (original)
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Das physische Leben des Christus Jesus, wie es in den vier Evangelien beschrieben wird, ist wirklich so verlaufen wie das Leben des Schülers in den alten Mysterienschulen; wir haben in den vier Evangelien nur die verschiedenen Formen des Einweihungskanons zu sehen, wie die verschiedenen Einweihungsschulen ihn fixiert hatten. Es sind kleine Abweichungen, doch ein Ganzes, ein einziger Strom läuft durch alle vier hindurch. Der Jesus Christus, der einzige Menschensohn, der stellt außen im physischen Leben jenen gewaltigen Satz dar, lebt es vor am physischen Leibe: Dass das Leben den Tod besiegt! Das, was der Eingeweihte in seinem Ätherleib erlebt, das erlebt der Jesus Christus auf dem physischen Plan. Das Sinnbild ist äußere Wirklichkeit geworden, ist eine historische Tatsache geworden. Die Geisteswissenschaft sieht in diesen drei Tagen, in denen der Christus Jesus im Tode ist, dasjenige herausgetragen auf den physischen Plan, was der Eingeweihte in der Tiefe der Krypten erlebte. Wenn er dann wieder zum Leben in seinem physischen Körper erwachte, wenn er, zurückgekehrt aus den geistigen Welten, Zeugnis ablegen konnte für ihre Wirklichkeit, wenn er ein Verkündiger der geistigen Welten geworden war, dann rang sich im Überschwang dieser hohen heiligen Gefühle das Wort aus seiner Seele los, das auch der Christus Jesus auf Golgatha sprach: «Mein Gott, mein Gott, wie hast du mich verherrlicht!» — «Eli, eli, lama ...» (Mt 27,46, vgl. Psalm 22,1; Mk 15,34) Nicht heißen darf es: «verlassen»; das ist eine unrichtige Übersetzung. Dies Wort: «Mein Gott, mein Gott, wie hast du mich verherrlicht!», in das brach ein jeder aus, wenn er erwachte aus diesem dreitägigen Schlaf, wenn er erfahren hatte, dass das Leben im Geiste den Tod besiegt.

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