Bibel und Weisheit II

GA 68a/1907-05-24/p031 ·1907-05-24 · original (original)
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Nun wollen wir einen andern Fall betrachten, der näher kommt an das, was noch intimer uns berührt, was uns heraufführt in das Neue Testament, uns bekannt macht mit dem Mysterium von Golgatha, mit Jesus Christus, Sie werden leicht aufschauen können zu einem andern, das noch vorhanden ist als ein gemeinsames Menschliches, das nicht vernichtet wird, wenn die Nah-Ehe vernichtet wird. Zwar wird jene Liebe, die an der Verwandtenehe hängt, nur bestehen können mit dem gemeinsamen Blute, aber es gibt eine Liebe, die umfassender, höher ist als diese des Blutes. So gibt es in der Menschheit ein Gemeinsames, ein wirklich Gemeinsames, das vorhanden ist als ein gemeinsames Band der Menschheit, das auch vorhanden ist, wenn jenes Band durchschnitten wird, ein Band, das umfassender ist als jenes Band der Liebe, die durch die Blutsverwandtschaft geflochten wird. Wenn jener Menschenvorfahr zurückblickte in der Zeit der Nah-Ehe, so war das ein Generations-, ein Stammesich, das er mit Ich bezeichnete. Immer weiter und weiter zogen sich die Grenzen der Stämme; aus Stämmen wurden Völker, und es vernichtete sich das Bewusstsein der Stämme, und ein gemeinsames Band, das nun nicht mehr so fest war, umschlang, das Volk, ein Volksbewusstsein. Es war am deutlichsten und klarsten an jenem Volkskörper, der als der hebräische bezeichnet wird.

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