Bibel und Weisheit II
Sie wissen aus anderen Vorträgen, dass der Mensch aus dem physischen Leib, dem Ätherleib, dem Astralleib und dem Ich und seinen höheren Gliedern besteht. Im Schlafe, im Bett liegen der physische und der Ätherleib, und heraus ist im Schlafe der Astralleib mit den höheren Gliedern der menschlichen Natur. Dann, wenn sich auch der Ätherleib trennt von dem physischen Leib, dann tritt auch der Tod ein. Das ist der geisteswissenschaftliche Unterschied zwischen Schlaf und Tod. Dann aber, wenn der Einzuweihende so weit gekommen war, dass er das letzte Stadium der Einweihung durchmachen konnte, dann führte ihn dahin der Hierophant, der einweihende Priester, dass für eine kurze Zeit von dreieinhalb Tagen der Ätherleib auch heraustreten konnte, sodass der physische Leib in einer Art von Todeszustand war. Die Folge davon war, dass ein solcher, der durch die nötigen Stufen vorbereitet war, dass das erfolgte, dass er in dieser Zeit durchwanderte all das, in eigenem Schauen, wozu er vorbereitet war, dass er die höheren Welten in wirklichem Schauen erlebte. Dann, nach dreieinhalb Tagen, wurde der zu Initiierende wieder zurückgerufen in das gewöhnliche physische, und jetzt war er ein solcher, welcher verkünden konnte denen, die es hören wollten, aus dem eigenen Erleben heraus die Geheimnisse der höheren Welten. Von seinen Lippen strömte das Wort der geistigen Welt; er war ein Zeuge geworden dafür, dass es eine geistige Welt gibt, dass das Leben im Geist den Tod besiegen kann. Denn er war selbst in jener Welt, in welcher man sich die Überzeugung holt, dass das Leben immer den Tod besiegen wird. Und immer wieder und wiederum kam derjenige, der also in dreieinhalb Tagen die geistigen Welten durchwandert hatte, immer und immer wieder kam der Eingeweihte zurück, wenn er erweckt wurde, mit einem Ausrufe, der etwa in deutscher Sprache lauten würde: «Mein Gott, mein Gott, wie hast Du mich verherrlicht.»
Cite:
GA 68a/1907-05-24/p043 · edition original