Bibel und Weisheit I
Heute obliegt es uns, das Verhältnis von Bibel und Weisheit näher auszuführen, erst aber noch einige Erörterungen über das «Alte Testament» zu bringen. Gestern erwähnten wir nur die Schöpfung des Menschen und die wichtige Stelle: Gott hauchte dem Menschen und so weiter. (1 Mos 2,7) Heute wollen wir suchen, in den Inhalt des Urgrundes der Bibel einzudringen. So betrachten wir zunächst dasjenige, was im Menschen Verwunderung erregen kann. Es ist dabei nützlicher, einzelne Tatsachen herauszugreifen. Verwunderung erregen kann das lange Leben von Urvätern in der Bibel. Der materielle Naturforscher sagt natürlich: Das ist nicht möglich. Eine Theosophie, die sich in Verallgemeinerung eines Begriffes ergeht, sagt: Adam, Seth und Henoch hätten wir nicht als individuelle Menschen zu verstehen, sondern als Stämme; also Namen von Stämmen seien das. So einfach ist die Sache nicht. Wir müssen tiefer hineingehen in die Gesetze des Lebens. Wir müssen ein für alle Mal absehen vom Symbolisieren und Allegorisieren, und nicht fragen: Was bedeutet das?
Cite:
GA 68a/1907-06-09/p003 · edition original