Das Johannesevangelium und die Zukunft des Christentums
So erscheint vielen das vierte Evangelium nicht als historisches Dokument, sondern wie eine Lehrschrift, an der man sich erbauen könne, wie an einem Gedichte, das aber nicht geeignet sei, etwas auszusagen über den, der Stifter der christlichen Religion auf Erden war. — Als im Laufe des neunzehnten Jahrhunderts sich immer mehr diese Anschauung verbreitete, sagte in den Fünfzigerjahren der Gelehrte Bunsen: Wenn es wirklich so wäre, dass das Johannesevangelium nicht als historisches Dokument genommen werden könnte, dann stünde es schlecht um das historische Christentum.
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GA 68a/1907-12-14/p010 · edition original