{"corpus":"steiner","locus":"GA 68a/1907-12-14/p030","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"Wenn man sich überlegt, dass da, wo ein Mensch vor uns steht, nicht nur der physische und Ätherleib vor uns steht, sondern noch etwas, was dem Menschen viel näher ist als der physische und Ätherleib, dass ihn eine Summe von Lust und Unlust, Freude und Schmerz, Trieben und Leidenschaften, Wünschen und Begierden durchzieht, so haben wir darin das, was die Geisteswissenschaft den Astralleib nennt, den dritten Teil der menschlichen Wesenheit, der viel ursprünglicher ist als der Ätherleib und der physische Leib. So, wie das Eis sich aus dem Wasser herausbildet, Wasser ist in anderer Form, so ist der Ätherleib und der physische Leib verdichteter Astralleib. Die Geisteswissenschaft zeigt, dass Äther- und physischer Leib verdichteter Astralleib sind. Der astralische Leib ist die Ursache des Ätherleibes und des physischen Leibes. Den physischen Leib hat der Mensch gemeinsam mit allen sichtbaren Wesen der Natur, mit Mineralien, Pflanzen und Tieren. Den Ätherleib hat er gemeinsam mit Pflanzen und Tieren, den Astralleib mit den Tieren. Aber eines besitzt der Mensch allein, was ihn zur Krone aller Wesen macht. Einen Namen kann jeder nur zu sich selbst sagen, das ist der Name «Ich». Keiner kann den Namen «Ich» aussprechen, wenn es einen anderen bedeuten soll. Nur zu sich selbst kann jeder diesen Namen sprechen. Hier kündet sich dem Menschen der eigentliche Mittelpunkt seiner Natur an; sodass die Geisteswissenschaft sich den Menschen viergliedrig vorstellt, als Viertes das «Ich bin». Es ist dies eine eigene Kraft und Wesenheit. Jean Paul schildert in seiner Biografie, wie ihm zuerst der Gedanke aufging: Du bist ein Ich. Er sagte: Da habe ich in das verhangenste Heiligtum meiner Seele hineingeschaut. Alle Religionsbekenntnisse, die auf Geistesweisheit gebaut sind, haben diesen Tatbestand empfunden. Empfunden hat ihn auch das hebräische Volk. Nichts anderes als das «Ich bin» ist Jahve oder Jehova. (2 Mos 3,14) Er ist das «Ich bin» und deutet auf das Innerste der Menschennatur. In diesem althebräischen Volk war das «Ich bin» oder Jehova empfunden worden als etwas, was in der ganzen Gruppe sich ausdrückte. Es wandte diesen Namen an auf das, was durch den ganzen Blutsstrom von Abraham an hinunterfloss.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"Das Johannesevangelium und die Zukunft des Christentums","site_heading":null,"date":"1907-12-14","location":null,"word_count":348,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/68a/1907-12-14/p030","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/68a/1907-12-14/p030"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/68a/1907-12-14/p030","paragraph_aligned":true}],"record":{"record_type":"unknown","scope":"volume","note":"How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.","evidence":null,"evidence_translation":null,"evidence_source":null}}