Das Johannesevangelium und die Zukunft des Christentums
Die Kunde von dem Worte drang in die Welt, sie schien in die Finsternisse des astralen, ätherischen und physischen Leibes hinein. Nur Einzelne haben es begriffen, die nicht aus dem Fleisch geboren waren. Sie konnten sich als Gotteskinder offenbaren. Jetzt aber kam herein das Urewige, Umfassende der Menschennatur, das vor Abraham war, was jede Menschenindividualität hat. Diese übersinnliche Kraft, die ist Fleisch geworden in dem Christus Jesus. So ist der Christus Jesus die Kraft in der Menschheitsevolution, die die Menschheit zur Erkenntnis ihres innersten Wesens, ihres «Ich bin» bringen will. Von diesem Gesichtspunkte aus wird verständlich das Johannesevangelium und vor allem jenes tiefste Kapitel, in dem so viel von dem «Ich bin» gesprochen wird. Er sagt ausdrücklich: «Alles was ich sage von dem «Ich bin», das sage ich nicht von mir selbst» (Joh 14,10), — sondern er sagt davon, dass, wenn die Menschen die Kraft des «Ich bin» erkennen, dann haben sie etwas, was höher ist, als alle anderen Kräfte. Wenn ihr das ausdrückt, das «Ich bin», so sprecht ihr von der Kraft, die auch lebt im Licht der Welt. «Ich bin» lebt in allem, es ist das, was das ganze Erdenwesen in allen Reichen durchzieht, was euch als Nahrungsmittel die Erde gibt, das könnt ihr nur richtig erforschen, wenn ihr versteht das «Ich bin»:
Cite:
GA 68a/1907-12-14/p034 · edition original