Das Johannesevangelium und die Zukunft des Christentums
Die Theosophie wird wieder den Versuch machen, das zu verstehen, was der gesagt hat, der das Johannesevangelium der Menschheit geschenkt hat. Wenn das geoffenbarte Wort verstanden wird, so werden alle Naturgesetze als das geoffenbarte Wort erkannt werden, aber auch das innere Sittengesetz wird als geoffenbartes Wort erscheinen. Ob man sich Idealist nennt oder nicht, wenn man die Urkunde des Geistes nur beurteilt nach dem, was die Sinne sehen, dann lebt in uns materialistische Gesinnung. Das haben tiefere Geister gefühlt, und sie ahnten und sehnten herbei eine Zeit, wo die Menschheit so etwas wieder verstehen lernt, so zum Beispiel Goethe und auch Carlyle, der sagte: «Wir sehen in der heutigen Zeit, wie die äußeren Einrichtungen sich abgewendet haben von dem Geiste, der ursprünglich aus der Erfassung des Geisteslebens hervorgegangen ist (Religion), und wie das Geistige eine Zuflucht zu finden sucht in den einzelnen Seelen, oder - wo es die nicht findet — wie es sie sucht in äußeren Organisationen und gründet Sekte um Sekte und so weiter, um wiederum Wege zum ursprünglichen Geiste zu suchen.»
Cite:
GA 68a/1907-12-14/p041 · edition original