Religion, Wissenschaft und Theosophie
Man kann sich fragen, was das Bessere ist: wenn der Mensch stumpf durch das Leben geht, oder das tragische Geschick erlebt, woran er seelisch zerbrechen kann. Man kann vielleicht sagen, es gibt ja immer auch noch solche, die nicht in solche Zweifel kommen. Aber wer die Zeichen der Zeit versteht, der weiß, dass das, was da sich zeigt, nur ein Anfang ist dessen, was sich immer mehr verstärken wird. Es muss etwas geboten werden, damit die Menschen, die durch die Erkenntnisse der Naturwissenschaft glauben, nicht mehr festhalten zu können an dem Glauben an das Übersinnliche, wieder einen Weg dahin finden. Es muss ein Weg gefunden werden auch für die, welche glauben, brechen zu müssen mit den religiösen Traditionen. Wir sehen, wie gerade die Besten unserer Zeit in den religiösen Bekenntnissen sehen, was ihrer Meinung nach für ein Kindheitszeitalter das Richtige war; diese müssen etwas haben, was ihr Bewusstsein befriedigt. Die theosophische Weltanschauung ist da, um auch für das modernste Bewusstsein einen Weg zu eröffnen nach den Urquellen des Daseins.
Cite:
GA 68a/1908-01-31/p006 · edition original