Religion, Wissenschaft und Theosophie

GA 68a/1908-01-31/p010 ·1908-01-31 · original (original)
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Die menschliche Natur braucht Impulse, wodurch dies Fühlen in jede Seele dringt. — Blicken wir einmal in die Zeiten des viel verlästerten Mittelalters, als noch nicht durch tausend und abertausend Kanäle eine wissenschaftliche Tatsache hineingesenkt wurde in die schlichteste Menschenseele. Wir wollen uns versetzen in ein strebendes, schlichtes Menschenherz, wie es gegenüberstand seinen Lehrern, und wollen uns hineinversetzen in den Gang der geschichtlichen Ereignisse, wie das damals alles nach und nach heraufkam, wie die neue Zeit begann und die kopernikanische Weltanschauung einen so großen Umschwung in der Menschheitsentwicklung brachte. Wir wollen uns klar werden darüber, wie das, was man jetzt als Theosophie bezeichnet, für den Menschen der älteren Zeit gar nicht notwendig war, wie der weitaus größte Teil der Menschheit das damals erhielt aus Empfindungen heraus, die bei den meisten aus religiösen Überzeugungen hervorgingen. Gerade die Entwicklung in unsere Zeit hinein, die macht die Theosophie notwendig. Gäbe es nicht die moderne Wissenschaft mit ihren Zweifeln und Skrupeln, welche sie gerade erzeugt, so brauchte man keine Theosophie.

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