Religion, Wissenschaft und Theosophie

GA 68a/1908-01-31/p013 ·1908-01-31 · original (original)
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Du Bois-Reymond sprach auf der Naturforscherversammlung in Leipzig im Jahre 1872 in der Ignorabimusrede gegenüber der Erkenntnis des Menschen ein merkwürdiges Wort aus. Er sagt, der Naturforscher sei eigentlich nur imstande, den schlafenden Menschen zu begreifen, aber nicht den wachenden Menschen. Er sagt, dass der Naturforscher die stofflichen Grundlagen des Menschen zu erforschen habe, wie sich im menschlichen Gehirn die Kohlenstoff-, Wasserstoff-, Stickstoff-, Sauerstoff-Atome zusammenlegen, wenn irgendein Impuls oder Gedanke zustande kommt. Er sagt, dass dadurch über die eigentliche Seelenhaftigkeit noch nichts begriffen ist. Er führt Leibniz an, der sagt: Stellt euch einmal vor, das Gehirn sei so vergrößert, dass ihr darin spazieren gehen könntet wie in einer Fabrik, so würdet ihr doch nicht wissen, wie die Bewegungen entstehen, warum dadurch die Empfindungen entstehen: Ich sehe Rot, ich rieche Rosenduft, ich höre Orgelton. Du Bois-Reymond wollte es der Naturwissenschaft nicht zugeben, dass sie die Möglichkeit habe, herauszufinden die Brücke zwischen den physischen Bewegungen der Atome und den seelischen Empfindungen. Ganz recht sagte er: «Wenn wir einen schlafenden Menschen vor uns haben, dann können wir ihn erkennen, denn dann ist das nicht da, was wir die inneren Seelenerlebnisse nennen. Das ist hinunter entschwunden in ein unbestimmtes Dunkel, während der Mensch im Schlafe ist.»

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Cite: GA 68a/1908-01-31/p013 · edition original