Religion, Wissenschaft und Theosophie
Noch ein anderes ist hinunter entschwunden, wenn der Mensch schläft, das, was wir nennen können des Menschen Ich-Gefühl, das, was den Mittelpunkt seines Wesens ausmacht. Nicht fühlt der Mensch in seinem Ich während des Schlafes die Erlebnisse der Seele, Lust und Schmerz, Freude und Leid et cetera. Es wäre nun das Unsinnigste, was es gäbe, wenn man behaupten wollte, das, was zu sich «Ich» sagt, was Rosenduft riecht, Orgeltöne hört, Farben sieht, das entschwindet des Abends ganz und gar und wird jeden Morgen wieder neu. Keine auf äußere sinnliche Tatsachen gerichtete Erklärung ist imstande, hier ein lösendes Wort zu sprechen. Deshalb durfte auch Du Bois-Reymond sagen: Den schlafenden Menschen kann der Naturforscher erkennen, den wachenden Menschen aber nicht. — Es entschwindet der naturwissenschaftlichen Erklärung beim Einschlafen der wahre Mensch.
Cite:
GA 68a/1908-01-31/p014 · edition original