Religion, Wissenschaft und Theosophie

GA 68a/1908-01-31/p015 ·1908-01-31 · original (original)
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Nur die Geisteswissenschaft kann über den wahren Vorgang Aufschluss geben. Der schlafende Mensch lässt des Abends im Bette liegen seine äußeren Hülle und bezieht diesen Leib des Morgens wieder. Er selbst entschwindet des Abends in eine andere Welt. Ihn zu erforschen ist die Aufgabe der Theosophie oder Geisteswissenschaft. Es gibt die Möglichkeit, diesem Menschen zu folgen, nur ist es dem gegenwärtigen Menschen nicht leicht, zu dem Glauben an diese Möglichkeit zu kommen. Die theosophische Weltanschauung führt den Menschen in eine andere Welt ein. Sie redet von übersinnlichen und überphysischen Welten, nicht in einem zauberhaften oder abergläubischen Sinne, sondern in ganz natürlichem Sinne, in dem Sinne, wie Johann Gottlieb Fichte davon gesprochen hat. Er sagte im Herbst 1813 zu seinen Zuhörern: «Denke man eine Welt von Blindgeborenen, denen darum allein die Dinge und ihre Verhältnisse bekannt sind, die durch den Sinn der Betastung existieren. Tretet unter diese und redet ihnen von Farben und den anderen Verhältnissen, die nur durch das Licht und für das Sehen vorhanden sind. Entweder ihr redet ihnen von nichts, und dies ist das Glücklichere, wenn sie es sagen; denn auf diese Weise werdet ihr bald den Fehler merken und, falls ihr ihnen nicht die Augen zu öffnen vermögt, das vergebliche Reden einstellen.»

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