Religion, Wissenschaft und Theosophie

GA 68a/1908-01-31/p023 ·1908-01-31 · original (original)
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Betrachten wir den Menschen von seiner Geburt an, so sehen wir die sich entfaltenden Eigenschaften des Kindes als etwas, was sich nicht im Physischen erschöpft; wir erkennen, wie etwas Geistiges da arbeitet. Auch beim heranwachsenden Menschen sehen wir, wie etwas aus seinem Innern sich herausarbeitet, was da war, bevor die physischen Formen da waren. In der Familie Bach lebten innerhalb von 250 Jahren etwa 29 mehr oder weniger bedeutende Musiker. Man könnte sagen: Da kann man sehen, wie sich die Anlage von Vater und Mutter vererbt. Das steht aber gar nicht im Widerspruch zu dem, dass hinter dem physischen Vorgang ein geistiger Vorgang tätig ist. Das musikalische Ohr ist nur eine bestimmte Physiognomie des inneren Ohres. Das Physische ererbt man von seinen Vorfahren, aber das, wofür das Physische das Instrument ist, das Geistige, das erbt man nicht von seinen Vorfahren. Die geistigen Anlagen sind an das Individuum gebunden.

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Cite: GA 68a/1908-01-31/p023 · edition original