39. Der Ursprung des Bösen
Wenn wir uns mit einem großen Sprung hinüberversetzen in den tiefen Sinn deutscher Denker, zu Jakob Böhme, so finden wir in seinen Schriften und in der Folgezeit sein ganzes Leben ausgefüllt mit jener Frage nach dem Ursprung des Bösen. Jakob Böhme sagt, dass eine Vielheit nur aus einer Einheit entsteht, die Vielheit aber nur durch den Willen der Einheit gelenkt werden muss; wie zum Beispiel zwei Hände, wenn sie nicht dirigiert werden von einem Willen, getrennte Glieder sind; ohne diese lenkende Einheit können wir kein großes Werk schaffen. Diese Hände können gegeneinander wüten, sie können sich zerfleischen. Die Möglichkeit ist grade dann gegeben, wenn den zweien das gegeben wird, was wir Freiheit nennen. Solange die beiden Hände von der Persönlichkeit abgestimmt und so lange sie ein Wille beherrscht, werden sie sich nicht gegeneinander wenden.
Cite:
GA 68a/1908-02-20/p008 · edition original